Birkenstock ist eine 250-jährige Reise von einer bescheidenen deutschen Schuhmacherwerkstatt zu einer milliardenschweren globalen Modeikone.
1. Die frühe Dynastie (1774–1895)
Die Wurzeln der Marke reichen bis ins Jahr 1774 zurück, als Johann Adam Birkenstock in den Kirchenarchiven von Langen-Bergheim, Deutschland, als „Untertan und Schuhmacher” . Über ein Jahrhundert lang blieb die Familie traditionelle Schuhmacher in der deutschen Provinz.
2. Erfindung des Fußbettes (1896–1945)
1896 verlegte Konrad Birkenstock das Unternehmen nach Frankfurt und revolutionierte die Branche durch die Entwicklung der ersten konturierten, flexiblen Einlegesohle.

- 1902: Konrad entwickelte die erste flexible Fußgewölbestütze für industriell gefertigte Schuhe.
- 1925: Das Unternehmen registrierte die Marke „Fußbett” und eröffnete seine erste Fabrik in Friedberg, um der steigenden Nachfrage nach seinen Einlagen in ganz Europa gerecht zu werden.
3. Übergang zu Schuhen (1963–1970er Jahre)
Die moderne Birkenstock-Sandale wurde in den 1960er Jahren von Karl Birkenstock (Enkel von Konrad) entworfen.
- 1963: Die Madrid (ursprünglich „Gymnastik-Sandale”) kam auf den Markt. Sie wurde zunächst von der Modewelt abgelehnt und aufgrund ihrer gesundheitlichen Vorteile vor allem an Ärzte und Sportler verkauft.
- 1966: Die amerikanische Touristin Margot Fraser entdeckte die Sandalen in Deutschland und brachte sie in die USA. Da die Mainstream-Geschäfte sie ablehnten, verkaufte sie sie über Reformhäuser, was dazu führte, dass sie in den 1970er Jahren von der Hippie-Gegenkultur übernommen wurden.
4. Expansion & Kultmodelle (1973–2000er Jahre)
- 1973: Die Arizona Sandale mit zwei Riemen, heute das bekannteste Modell der Marke, wurde eingeführt.
- 1976: Der Clog „Boston” wurde als ganzjährige Alternative zu Sandalen auf den Markt gebracht.
- 1980er–90er Jahre: Die Marke expandierte weltweit und tauchte erstmals auf den Laufstegen der Haute Couture auf, wodurch sie sich von „hässlichen” orthopädischen Schuhen zu einem Lifestyle-Statement wandelte.
5. Modernisierung des Unternehmens und Börsengang (2013–heute)

2013: Die Marke wandelte sich von einem losen Netzwerk aus 38 Familienunternehmen zu einem einzigen Konzern und ernannte ihre erste nicht zur Familie gehörende Geschäftsführung.
2021: L Catterton (unterstützt von LVMH und Bernard Arnault) erwarb die Mehrheitsanteile in einem Geschäft, das das Unternehmen mit fast 5 Milliarden Dollar bewertete.
2023: Birkenstock ging an die New Yorker Börse (NYSE).






